Was wird versprochen?
Sind die Ziele konkret oder bleibt es bei allgemeinen Begriffen wie „grün“ und „nachhaltig“?
Wie nachhaltig sind die Kooperationspartner unserer Schule wirklich? Wir schauen hinter grüne Versprechen – am Beispiel von Hannover 96 und Wilhelm Wallbrecht GmbH.
Unsere Untersuchung entdecken ↗Nachhaltigkeit begegnet uns überall. Entscheidend ist, ob hinter einer guten Geschichte auch eine nachweisbare Wirkung steht.
Greenwashing bezeichnet eine Kommunikation, die ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Organisation umweltfreundlicher erscheinen lässt, als es durch die tatsächlichen Leistungen gerechtfertigt ist.
Ein einzelnes Umweltprojekt ist noch kein Beleg für umfassende Nachhaltigkeit. Gleichzeitig bedeutet eine Umweltbelastung allein nicht automatisch, dass Greenwashing vorliegt.
Für eine faire Bewertung müssen auch Energieverbrauch, Anreise, Materialien und die gesamte Umweltwirkung betrachtet werden. Dieses Beispiel beschreibt ein allgemeines Prüfmuster.
Sechs Fragen helfen uns, Nachhaltigkeitsversprechen nachvollziehbar und fair zu untersuchen.
Sind die Ziele konkret oder bleibt es bei allgemeinen Begriffen wie „grün“ und „nachhaltig“?
Welche konkreten Maßnahmen werden umgesetzt – über Werbung und Ankündigungen hinaus?
Sind Fortschritte mit Ausgangswerten, Zeiträumen und nachvollziehbaren Daten belegt?
Gibt es unabhängige Prüfungen oder Zertifikate? Was genau decken sie ab?
Werden auch negative Umweltwirkungen und noch ungelöste Probleme genannt?
Wird ein kleiner positiver Teil stark betont, während die Gesamtbelastung unklar bleibt?
„Wir untersuchen, wie glaubwürdig und vollständig die Nachhaltigkeitsversprechen ausgewählter Kooperationspartner unserer Schule sind.“
Profisport bewegt Menschen – und verbraucht Ressourcen. Wie passen das Nachhaltigkeitsversprechen und der Spielbetrieb zusammen?
Laut euren Rechercheunterlagen hat Hannover 96 eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie. Darin nennt der Verein einen nachhaltigeren Stadionbetrieb, Mobilität, Wasser und die Verringerung der Umweltauswirkungen seiner Aktivitäten.
Das ist ein breiter Anspruch. Für die Bewertung zählt, wie er in konkrete und überprüfbare Verbesserungen übersetzt wird.
Profisport verursacht Umweltbelastungen durch Veranstaltungen, Energie, Materialien und Mobilität. Dazu gehören beispielsweise Flutlicht, Rasenheizung und der Anreiseverkehr.
Die beschriebenen Maßnahmen sind positive Ansätze. Offen bleibt, ob besonders sichtbare Umweltprojekte ein nachhaltigeres Gesamtbild erzeugen, als die gesamte Umweltwirkung rechtfertigt. Für ein abschließendes Urteil brauchen wir belastbare Vergleichsdaten.
Nachhaltigere Bauweisen können Ressourcen sparen. Entscheidend ist, welchen Anteil sie an der gesamten Tätigkeit eines Bauunternehmens haben.
Laut euren Rechercheunterlagen beschreibt sich Wilhelm Wallbrecht als zukunftsorientiertes Bauunternehmen. Im eigenen Selbstverständnis nennt das Unternehmen energieeffizientes Bauen, ressourcenschonende Prozesse und langlebige Baustoffe.
Die Notizen nennen außerdem Nachhaltigkeitsziele wie CO₂-reduzierten Beton und Recycling. Bei einem aktuellen Bauprojekt werde mit DGNB- und QNG-Anforderungen geworben. Welches Projekt gemeint ist und ob eine Zertifizierung vorliegt, ist in den Unterlagen nicht genauer dokumentiert.
In euren Notizen werden konkrete Beispiele für die Beschäftigung mit modernen Bauweisen und Beton sowie eine Beteiligung an Forschungsprojekten der Leibniz Universität genannt.
Nach eurem bisherigen Recherchestand finden sich öffentlich nur wenige konkrete Unternehmenszahlen, mit denen sich beispielsweise eine bestimmte CO₂-Einsparung oder Recyclingquote belegen lässt. Diese Einschätzung beschreibt den Stand eurer Recherche, nicht einen Nachweis, dass solche Daten grundsätzlich fehlen.
Bauen benötigt Rohstoffe und Baustoffe und verursacht Umweltbelastungen. Einzelne nachhaltigere Bauweisen reichen deshalb nicht aus, um die Gesamtwirkung eines Unternehmens zu beurteilen.
Die Unterlagen nennen konkrete nachhaltige Ansätze. Für ein abschließendes Urteil über deren tatsächliche Wirkung fehlen uns jedoch ausreichend präzise Daten und Quellen. Aus dem vorliegenden Material lässt sich kein gesicherter Greenwashing-Vorwurf ableiten.
Unsere Vorschläge richten sich an Hannover 96 und an die Schule. Sie sind Anregungen zur Weiterentwicklung und keine Feststellung, dass entsprechende Maßnahmen bisher fehlen.
Unsere Unterlagen nennen bereits verschiedene Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Darauf aufbauend sehen wir folgende Möglichkeiten, den Verein noch umweltfreundlicher zu gestalten:
Bessere Angebote und verständliche Informationen könnten Fans zusätzlich motivieren, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad zu Heimspielen anzureisen.
Bei Heimspielen könnten Plastik und Einwegverpackungen weiter reduziert werden, beispielsweise durch gut zugängliche Mehrwegangebote.
Bei der Herstellung von Fanartikeln könnte noch stärker auf umweltfreundlichere und recycelte Materialien geachtet werden. Entscheidend bleiben nachvollziehbare Angaben zu deren Umweltwirkung.
Die regelmäßige Messung und Veröffentlichung des CO₂-Ausstoßes könnte ausgebaut und mit konkreten Reduktionszielen verbunden werden. Einheitliche Bezugsgrößen würden Fortschritte vergleichbar machen.
Auch unsere Schule kann dazu beitragen, Nachhaltigkeit bei ihren Kooperationen stärker zu berücksichtigen. Dabei geht es um alle bestehenden und zukünftigen Kooperationen.
Die Schule sollte untersuchen, ob die Nachhaltigkeitsversprechen ihrer Partner durch konkrete Maßnahmen und nachvollziehbare Belege unterstützt werden.
Bei neuen Kooperationen könnten verbindliche Nachhaltigkeitsziele und passende Nachweise vereinbart werden.
In festgelegten Abständen könnte die Schule prüfen, ob die Partner ihre Nachhaltigkeitsversprechen einhalten und welche Fortschritte erzielt wurden.
Informationen über die Nachhaltigkeitsmaßnahmen der Kooperationspartner könnten mit Quellen und einer verständlichen Einordnung auf der Schulwebsite veröffentlicht werden.
Zusammen mit den Kooperationspartnern könnten Umweltaktionen, Projekttage oder andere nachhaltige Schulprojekte organisiert werden. Deren Ergebnisse sollten gemeinsam ausgewertet werden.
Für beide untersuchten Partner gilt: Transparente Umweltzahlen und nachvollziehbare unabhängige Prüfungen würden helfen, Versprechen und tatsächliche Wirkung besser miteinander zu vergleichen.
Unsere Ausgangsthese: Die Verbindung mit einer Schule, die sich für Umwelt und Nachhaltigkeit engagiert, kann auch das Image eines Partners stärken. Ob dabei ein irreführender Eindruck entsteht, muss anhand konkreter Aussagen und ihrer Belege geprüft werden.
Bei Hannover 96 und Wilhelm Wallbrecht GmbH sehen wir auf Grundlage unserer Unterlagen positive Ansätze und offene Fragen. Wir bewerten deshalb die Glaubwürdigkeit der Versprechen, ohne einen pauschalen Greenwashing-Vorwurf zu erheben.
Nachhaltigkeit sollte sich in konkreten Maßnahmen zeigen. Deshalb sollte unsere Schule bei ihren Kooperationen darauf achten, dass Nachhaltigkeitsversprechen nachvollziehbar und möglichst durch Belege überprüfbar sind.
Wenn Unternehmen und Schule klare Ziele vereinbaren, Fortschritte regelmäßig prüfen und gemeinsam Projekte umsetzen, können beide einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Inhaltsgrundlage sind die bereitgestellten Projektunterlagen. Die Links führen zu den dort genannten Institutionen; konkrete Artikel, Veröffentlichungsdaten und unabhängige Nachweise sind in den Notizen nicht vollständig dokumentiert. Die Vereins- und Unternehmensangaben wurden für diese Website nicht zusätzlich unabhängig verifiziert. Forschungsbeteiligungen und Zertifizierungsbezüge werden entsprechend dem Stand der Projektunterlagen wiedergegeben; genaue Einzelnachweise stehen noch aus. Unsere Bewertung ist eine vorläufige schulische Einordnung.